Menschen mit Lernschwierigkeiten - Rezeption
Wie erlebt ein Besucher mit Lernschwierigkeiten eine Ausstellung? Begehung und Diskussion - Exponate, Aufbau, Wirkung und Verständlichkeit mit GETEQ (Gesellschaft für teilhabeorientiertes Qualitätsmanagement), der Kunstwerkstatt der Lebenshilfe Berlin und internen und externen TeilnehmerInnen aus den Bereichen Führung, Marketing und Kuration am 27.08.2015 im Schloss Charlottenburg

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Im Unterschied zu den vergangenen Workshops richtete sich dieser besonders an MuseumsmitarbeiterInnen aus dem Bereich der inhaltlichen Ausstellungsgestaltung und der Kuration, weshalb als Gegenstand die aktuelle Ausstellung Frauensache im Theaterbau des Schloss Charlottenburg gewählt wurde. Die Referentinnen mit Lernschwierigkeiten der GETEQ konnten ihr in zwei vorangegangenen Workshops gewachsenes Selbstvertrauen als Moderatorinnen einfließen lassen und begannen wiederum mit einer Einführung, mit der sie sich und ihre Arbeit als Evaluatoren der Gesellschaft für teilhabeorientiertes Qualitätsmanagement vorstellten. Im Anschluss daran wurden allgemeine Fragen zu den Bedürfnissen und der Lebenssituation von Menschen mit Lernschwierigkeiten beantwortet. Die Projektleiterin der GETEQ hatte dann die Aufgabe übernommen anhand eines Baumdiagramms den Ansatz der inklusiven Didaktik vorzustellen. Hierbei steht die Möglichkeit eines individuellen Lernens, einer individuellen Wahrnehmung je nach Bedürfnissen im Vordergrund, die durch Nutzung unterschiedlicher Kanäle oder Zugänge erreicht wird: Informationen und Gegenstände werden nicht nur durch Sprache und Schrift aufbereitet, sondern bieten Gelegenheiten zum eigenen Handeln und sind materiell durch verschiedene Sinne erfahrbar. Nach diesem theoretischen Input stellten die Referentinnen mit Lernschwierigkeiten Themen und Gegenstände aus der Ausstellung vor, die sie in ihrer Vorbereitung interessiert hatten.

Im zweiten Teil bestand die Aufgabe darin, in Gruppen bei einem Rundgang durch verschiedene Teile der Frauensache miteinander ins Gespräch zu kommen. Sehr praktisch erlebten die TeilnehmerInnen, dass ihre Gäste mit ungewohnten Fragen, Tempi und Interessen an die Exponate herangingen. Nachdem erste Erfahrungen von Fremdheit überwunden waren, entspann sich zunehmend eine kooperative Herangehensweise der gemeinsamen unvoreingenommenen Erkundung. Woran erkennt man das Alter der verschiedenen Prinzen auf diesem Familienbild? Was gefällt der Moderatorin an dem Krönungsmantel? Was bedeutet eigentlich VGG auf diesem Bild? Beim Abschlussgespräch wurde vor allem diese intensive gemeinsame Auseinandersetzung, die teilweise zur Wahrnehmung ganz anderer Gehalte führte, als sehr bereichernd empfunden. Die TeilnehmerInnen stellten zusammenfassend fest, dass Geduld, Möglichkeiten etwas selbst zu machen und ein Bezug zu Heute wichtige Voraussetzungen für die Zugänglichkeit von Ausstellungen für Menschen mit Lernschwierigkeiten darstellen.

Text in Leichter Sprache

Personen mit Lernschwierigkeiten
im Schloss Charlottenburg

Wo hat dieser Workshop stattgefunden?

Der Workshop hat am 27. August 2015 stattgefunden
im Schloss Charlottenburg in Berlin.

Wer hat bei diesem Workshop teilgenommen?

Am Workshop haben Personen teilgenommen,
die im Deutschen Technik-Museum arbeiten.
Diese Personen haben bei Ihrer Arbeit unterschiedliche Aufgaben:

  • Führerin oder Führer durch die Ausstellung
  • Öffentlichkeits-Arbeit und Werbung
  • Planung von Ausstellungen

Und es haben Personen teilgenommen,
die in der Kunst-Werkstatt der Lebenshilfe arbeiten.

Die Anleiterinnen und Anleiter für diese Workshop
arbeiten bei der Firma GETEQ.
Dort arbeiten Personen mit Lernschwierigkeiten.
Genaue Informationen zur Arbeit dieser Personen
finden Sie auf der Seite xy in diesem Buch.

Wie ist dieser Workshop abgelaufen?

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben die Ausstellung
„Frauensache“ besucht, die gerade im Schloss Charlottenburg
gezeigt wurde.
Diese Ausstellung zeigte,
dass Frauen in der Geschichte von Preußen sehr wichtig waren.

Dabei ist es um diese Fragen gegangen:
Wie erleben Personen mit Lernschwierigkeiten eine Ausstellung?
Wie kann man Ausstellungs-Stücke verständlich erklären?

Frau Janna Harms ist die Projekt-Leiterin der Firma GETEQ.
Sie hat im 1. Teil des Workshops berichtet:
Personen mit Lernschwierigkeiten lernen besonders gut,
wenn es unterschiedliche Möglichkeiten für das Lernen gibt.
Und, wenn sich diese Möglichkeiten abwechseln.
Zum Beispiel:

  • Informationen als Text
  • Bilder
  • Informationen zum Hören
  • Ausstellungs-Stücke, die man anfassen darf
  • Informations-Videos

Dabei ist es wichtig,
dass man in der Ausstellung etwas selbst machen darf.

Im zweiten Teil der Workshop haben die Teilnehmerinnen und
Teilnehmer über die Bilder und Ausstellungs-Stücke gesprochen.
Dabei ist zum Beispiel aufgefallen,
dass die Personen mit Lernschwierigkeiten mehr Zeit brauchen
beim Verstehen der Ausstellung.
Und, dass sie Ausstellungs-Stücke besser verstehen können,
wenn sie diese mit den Erfahrungen aus ihrem Lebens-Alltag heute
vergleichen können.

Dabei war für viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Museums neu,
welche Fragen Personen mit Lernschwierigkeiten
zu den Ausstellungs-Stücken einfallen.

Was war das Ergebnis dieses Workshops?

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben erfahren,
wie Personen mit Lernschwierigkeiten eine Ausstellung verstehen.
Dieses Wissen möchten die Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter des Museums im Schloss Charlottenburg nutzen,
wenn sie in Zukunft Ausstellungen planen.

MP3

Audiodatei zum Text - MP3 (2910 kB)

Audiodatei zum Original-Ton Workshop - MP3 (4280 kB)

Original-Ton: TeilnehmerInnen und ModeratorInnen unterhalten sich. Welche Person zeigt das Gemälde? Was bedeuten die Buchstaben VGG auf dem Bild?

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PDF

Transkription zur Audiodatei Original-Ton Workshop PDF (192 kB)

Transkription zum Video Original-Ton Workshop PDF (195 kB)

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Fotos

Fotografien von Daniel Küppers (Fotos 1 - 4)

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Video

Videosequenz aus dem Workshop

Sie können das Video hier auch herunterladen (82 MB)

Tastaturbedienung
p = play, s = stop, v = 5 Sekunden vor, z = 5 Sekunden zurück, 1 = lauter, 2 = leiser

Ein Film von Sandra Merseburger


Achtung! Das zweite Video hat neue Hotkeys, Buchstaben für die Tastaturbedienung. i = play, a = stop, o = 5 Sekunden vor, u = 5 Sekunden zurück, 3 = lauter, 4 = leiser

Hörfilm - Videosequenz aus dem Workshop

Sie können das Video hier auch herunterladen (130 MB)

Tastaturbedienung
i = play, a = stop, o = 5 Sekunden vor, u = 5 Sekunden zurück, 3 = lauter, 4 = leiser

Hörfilmfassung des Films von Sandra Merseburger. Der zusätzliche Sprecherton ist mit Schwarzfilm unterlegt.

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