Paul Klee inklusiv - inklusive Vermittlungsarbeit mit Kindern und Jugendlichen - Zugangsarten, Übersetzungsstrategien und spielerische Potentiale

Am 31.08. und 07.09.2015 fanden sich MuseumsmitarbeiterInnen aus allen Abteilungen des MachMit! Museums für Kinder und AlltagsexpertInnen mit unterschiedlichen Einschränkungen für zwei intensive Lehr- und Lerneinheiten zusammen.

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Der erste Workshop-Tag stand im Zeichen einer Vortragsreihe, in der verschiedene ReferentInnen von den praktischen Erfahrungen aus ihrem jeweiligen Berufs- und Arbeitsfeld - von der Schule und integrativ orientierten Jugendfreizeitstätten über die Jugendbildung im Museum bis hin zu künstlerischen Werkstätten - berichteten. Ergänzt wurden die Referate durch die Präsentation ausgewählter Beispiele für gelungene Ansätze im Bereich der Kunstvermittlung für gemischte Gruppen. Als dafür wesentliche Bausteine wurden die Annäherung durch Beschreibung und Assoziation ebenso genannt, wie die Annäherung durch das Betasten von Materialien und Werkstoffen und möglichst vielfältige multisensoriale Zugänge. In der sich anschließenden Diskussion im Plenum verständigten sich die TeilnehmerInnen über einen Leitfaden für die Vermittlung in vier Schritten: 1.: So viele Sinne wie möglich ansprechen; 2.: Passende Darstellungsformen finden; 3.: Partizipation und Kooperation anregen; 4.: Konstellationen beachten.

Dem folgte die den ersten Tag beschließende gemeinsame Begehung der Klee-Ausstellung in den Räumen des MACHmit Museums. Dabei erläuterten die Kuratorinnen der Ausstellung ihre Überlegungen und Ansatzpunkte für die auf Interaktion abzielende Präsentation.

Am zweiten Seminartag folgten praktische Umsetzungen und Übungen. Hierzu bildeten die TeilnehmerInnen heterogen durch MuseumsmitarbeiterInnen und Gäste mit Behinderungen zusammengesetzte Arbeitskreise. Diese suchten sich jeweils ein einzelnes Exponat der Klee-Ausstellung aus, welches zunächst gemeinsam rezipiert, dann im taktil-wörtlichen Sinn begriffen und hernach mit dazu bereitgestellten Materialien nachempfunden und nachgebaut werden sollte. Im Zentrum stand immer die Frage, wie das Werk auf vielfältige und den Bedürfnissen unterschiedlicher Zielgruppen angepasste Weise zugänglich gemacht werden könnte. Ebenso fragten sich die Gruppen, welche Herangehensweise für Kinder mit Behinderungen sowohl lehrreich als auch attraktiv sein könnten.

Das abschließende Plenum fasste die wichtigsten Ergebnisse zusammen. Als besonders fruchtbar wurde die Zusammenarbeit in den gemischten Gruppen empfunden, wenn es untereinander gelungen sei, allen Teilnehmenden Stimme zu geben, und wenn durch den Austausch und die Pluralität des Wissens wie der Meinungen ein multiperspektivisches Bild des Werkes möglich geworden sei. In diesen Vorgang können auch körperliche Erfahrungen und performative Methoden einfließen.

Die MuseumsmitarbeiterInnen konnten die im Workshop theoretisch erworbenen Einsichten am 12.11. und 04.12.2015 bei zwei durch das Projekt veranlassten Besuchen von Schulen mit inklusivem Ansatz bzw. Förderschwerpunkt vertiefen und praktisch erproben.

Text in Leichter Sprache

Kunst erklären für inklusive Kinder-Gruppen

Wo hat dieser Workshop stattgefunden?

Der Workshop hat im MachMit!-Museum für Kinder
in Berlin an 2 verschiedenen Tagen stattgefunden:
am 31. August und 7. September 2015.

Wer hat bei diesem Workshop teilgenommen?

Am Workshop haben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter teilgenommen
aus verschiedenen Abteilungen des MachMit!-Museums.

Außerdem haben Fachleute teilgenommen,
die mit unterschiedlichen Behinderungen leben.

Wie ist dieser Workshop abgelaufen?

Fachleute haben am 1. Tag des Workshops über
ihre Berufs-Erfahrungen aus verschiedenen Arbeits-Feldern berichtet:

  • Schule
  • Jugend-Freizeitstätte für Jugendliche mit und ohne Behinderungen
  • Bildungs-Angebote für Jugendliche im Museum

Dabei haben sie verschiedene gute Beispiele gezeigt,
wie man Kunst erklären kann für inklusive Gruppen
von Kindern und Jugendlichen.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Workshop haben
über diese Beispiele gesprochen.

Als Ergebnis haben sie dann 4 Regeln aufgestellt,
mit denen man Kunst gut erklären kann für Kinder und Jugendliche.
Egal, ob diese Kinder und Jugendliche mit oder
ohne Behinderung leben.

Die 4 Regeln sind:

  1. Es sollen so viele Sinne wie möglich angesprochen werden,
    zum Beispiel Sehen, Hören und Tasten
  2. Dafür müssen passende Wege gefunden werden
    wie etwa Hör-Beispiele, Filme oder Vergleiche
    mit dem Alltags-Leben von heute
  3. Es muss die Möglichkeit geben, dass die Kinder und Jugendlichen
    mitmachen, Fragen stellen dürfen und sich austauschen können
  4. Man muss genau beachten, welche Kinder und Jugendliche
    aus der Gruppe besondere Angebote und Hilfe
    beim Verstehen brauchen

Am 2. Tag haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Museums
und die Personen mit Behinderungen gemischte
Arbeits-Gruppen gebildet.
Siehaben in den Arbeits-Gruppen Bilder des Künstlers Paul Klee
aus der aktuellen Ausstellung besprochen.
Dabei haben sie auch Bilder nachgemacht, bei denen die Pinsel-Striche
und Farb-Flächen hervorgehoben wurden.
So haben blinde Personen das Bild mit den Fingern ertasten können.
Damit haben sie die Formen auf dem Bild selbst erkannt.

Am Schluss haben alle gesagt:
Es ist gut, wenn ganz unterschiedliche Personen miteinander
über Kunst sprechen.
Und, dass dabei alle etwas beitragen können.
Weil jeder Kunst anders verstehen kann.
Genau das möchten die Künstler mit ihren Bildern oft auch erreichen.

Was war das Ergebnis diesesWorkshops?

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben Regeln besprochen,
wie man Kunst gut erklären kann für inklusive Gruppen
von Kindern und Jugendlichen.
Diese Regeln haben sie dann praktisch ausprobiert
bei 2 Museums-Besuchen von Schulklassen von
Kindern und Jugendlichen mit und ohne Behinderungen.

MP3

Audiodatei zum Text - MP3 (4246 kB)

Audiodatei zum Original-Ton Workshop - MP3 (7327 kB)

Original-Ton: Arbeitsgruppe 2 beschreibt ihr Ergebnis des praktischen Teils

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PDF

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